Hochpräzise Linearbewegungen mit dem passenden Kugelgewindetrieb
Kugelgewindetriebe (KGT) ermöglichen präzise, wiederholgenaue und dynamische Linearbewegungen. Doch welcher Kugelgewindetrieb eignet sich für Ihre Anwendung?
Entscheidungsfragen für die passende Antriebslösung
Welche Genauigkeitsklasse benötigen Sie?
Die Genauigkeitsklasse bestimmt, wie stark die tatsächliche Bewegung von der geometrisch vorgegebenen Bewegung abweichen darf. Je höher die Präzisionsanforderung, desto enger müssen die Fertigungstoleranzen ausfallen.
Folgende Genauigkeitsklassen stehen zur Auswahl:
- C1: ±3 µm auf 300 mm – für höchste Präzisionsanforderungen.
- C3: ±7 µm auf 300 mm – für anspruchsvolle Positionieraufgaben.
- C5: ±23 µm auf 300 mm – für präzise industrielle Anwendungen.
- C7: ±50 µm auf 300 mm – für einfache Positionier- und Transportaufgaben.
Für Hochpräzisionsanwendungen kommen insbesondere die Klassen C1 bis C5 infrage.
Wie lässt sich axiales Umkehrspiel vermeiden?
Bei häufigen Richtungswechseln kann axiales Spiel die Positioniergenauigkeit beeinträchtigen. Vorgespannte Kugelgewindetriebe reduzieren dieses Umkehrspiel und sorgen für eine hohe Wiederholgenauigkeit.
Dabei kommen insbesondere Doppelmutter-Ausführungen zum Einsatz. Zwei gegeneinander verspannte Muttern gleichen das axiale Spiel aus und erhöhen gleichzeitig die Steifigkeit des Antriebs.
Welche Bauform eignet sich für Ihre Präzisionsanforderung?
Je nach Bauraum, Geschwindigkeit und Hublänge stehen unterschiedliche Kugelgewindetriebe zur Verfügung.
Kugelgewindetriebe mit interner Umlenkung
- Kompakte Bauweise
- Genauigkeitsklassen C1 bis C5
- Für präzise Positionieraufgaben bei begrenztem Bauraum.
Kugelgewindetriebe mit Endkappen-Zirkulation
- Für hohe Drehzahlen und dynamische Bewegungen
- Genauigkeitsklassen C1 bis C5
- Für anspruchsvolle Positionieraufgaben bei hohen Geschwindigkeiten
Miniatur-Kugelgewindetriebe
- Nenndurchmesser ab 4 mm
- Genauigkeitsklassen C1 bis C5
- Für hochpräzise Bewegungen auf engstem Bauraum
Häufig gestellte Fragen zur hoher Präzision
Präzision beschreibt, wie genau ein Antrieb eine gewünschte Position erreicht und wie zuverlässig er diese bei wiederholten Bewegungsabläufen anfährt. Dabei spielen sowohl die Positioniergenauigkeit als auch die Wiederholgenauigkeit eine wichtige Rolle.
Die Positioniergenauigkeit beschreibt, wie nah eine tatsächlich erreichte Position an der vorgegebenen Sollposition liegt. Die Wiederholgenauigkeit gibt an, wie zuverlässig dieselbe Position bei mehreren Bewegungszyklen erneut erreicht wird.
Mechanisches Spiel, Fertigungstoleranzen, elastische Verformungen, Temperaturschwankungen und wechselnde Belastungen können die Präzision beeinflussen. Auch die Steuerung und Regelung des Antriebs spielen eine wichtige Rolle.
In automatisierten Anlagen müssen Bewegungsabläufe häufig tausende Male unter vergleichbaren Bedingungen ausgeführt werden. Eine hohe Wiederholgenauigkeit sorgt dafür, dass Positionen zuverlässig reproduziert werden und gleichbleibende Arbeitsergebnisse möglich sind.
Ja, allerdings muss der Antrieb für die auftretenden Belastungen ausgelegt sein. Unter Last können sich mechanische Komponenten elastisch verformen. Diese Verformungen müssen bei der Auslegung berücksichtigt werden.